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Kanarienpocken
Artikel geschrieben von NM

Kanarienpocken (Schnappkrankheit, engl: Pox in canaries, Kikuth disease) ist eine Krankheit, die akut bis protrahiert verläuft. Meist hat der Halter durch diese Krankheit große Verluste.

Hierzu einige Erfahrungswerte:

  • Kanarienpocken treten vermehrt im Spätsommer und im Herbst auf.

  • Kanarien, die in einem Zuchtraum gehalten werden, erkranken seltener, als Kanarien, die in einer Außenvoliere gehalten werden.

  • Kanarienpockenviren können nicht in intakte Haut eindringen.


Symptome:

Es gibt vier Verlaufsformen der Krankheit:
  1. Lungenform (septikämische Form)

  2. Rachenform

  3. Hautform

  4. Asymptomatische Form


Je nach Verlaufsform treten andere Symptome zu tage:
 Lungenform Rachenform
  • Schweratmigkeit

  • nach Luft schnappen

  • geschlossene Augen

  • gesträubtes Gefieder
  • "Schwanzwippen"
  • Appetitlosigkeit

  • Tod nach ca. 1-3tägiger Krankheitsdauer


  • "Schnupfenform"
  • ausgeprägte Atemnot
  • Tod nach ca. 1-5tägiger Krankheitsdauer durch Auszehrung und/oder Ersticken an großen Pockeneffloreszenzen im Bereich des Larynx und Trachea
 Hautform Asymptomatische Form
  • unbefiederte Haut der Beine -> hier befinden sich Erreger
  • unbefiederte Haut (selten) -> hier befinden sich Erreger
  • Genesung möglich (etwa nach ca. 1-2 Wochen)

 
  • lt. Literatur tritt diese Form regelmäßig in den Beständen
    auf, in denen die anderen Verlaufsformen aufgetreten sind.

  • Nachweis möglich (Rachentupferprobe)
Diagnosestellung (Untersuchung):


Der Tierarzt hat es hier nicht leicht, eine Diagnose zu stellen.













 Lungenform  Rachenform


  • Feststellung, daß Verluste sehr hoch sind

  • histologische Untersuchung

  • Virusnachweis durch Untersuchung von Epithelzellen

  • Serodiagnose NICHT möglich, weil keine Antikörper nachweisbar
    sind, auch nicht, wenn Krankheit überstanden oder der Vogel geimpft
    wurde




  • Histologische Untersuchung

  • virologische Untersuchung von Epithelzellen

  • Serodiagnose NICHT möglich, weil keine Antikörper nachweisbar
    sind, auch nicht, wenn Krankheit überstanden oder der Vogel geimpft
    wurde


 Hautform  Asymptomatische Form


  • Veränderungen an der Haut

  • Serodiagnose NICHT möglich, weil keine Antikörper nachweisbar
    sind, auch nicht, wenn Krankheit überstanden oder der Vogel geimpft
    wurde


 


  • nur durch Virusnachweis

  • Serodiagnose NICHT möglich, weil keine Antikörper nachweisbar
    sind, auch nicht, wenn Krankheit überstanden oder der Vogel geimpft wurde

Differentialdiagnose:
Die Kanarienpocken haben Ähnlichkeiten mit folgenden Krankheiten:













 Lungenform  Rachenform


  • bakteriell bedingte Septikämien durch Salmonellen, Listerien,
    Pasteurellen, Toxoplasmen

  • New-Castle-Krankheit

  • Influenza-A-

    Virusinfektionen

  • Befall mit Milben

  • Isosporose bei Jungkanarien




  • Candidose

  • Trichomonose

  • Aspergillose

  • Vitamin-A-Mangel

 Hautform  Asymptomatische Form

  • Veränderungen an der Haut sind pathognomisch bei Anamneseberück-
    sichtigung


 


  • xxx




Therapie:
Eine gezielte Therapie ist leider nicht möglich. Ratsam ist:


  • Behandlung bakterieller Begleitinfektionen

  • Kontakt zu Mücken etc. ausschließen -> Zuchtraumhaltung (erkrankte Tiere in Krankenbox, von gesunden Tieren unbedingt trennen)

  • Unterstützung durch Vitamin-A-Gabe


Prophylaxe:
Es gibt einen Impfstoff, der jedoch nicht mehr in Deutschland erhältlich ist. Im Bedarfsfall kann er jedoch mit Sondergenehmigung aus dem europäischen Ausland importiert werden.
Kanarien werden etwa im Alter von 4 Wochen perkutan im Bereich der Flügelspannhaut (Wing-web-Methode) oder des Brustbereiches (intramuskulär) immunisiert. An der Impfstelle entsteht nach der Impfung dann eine kleine, zunächst rötliche, dann bräunliche gefärbte, etwas erhabene Pockennarbe (nach 5-9 Tagen nach der Impfung). Diese Bildung ist vom Tierarzt unbedingt zu überwachen. Sind keine Pockennarben feststellbar ist entweder der Vogel bereits immun oder es liegen Fehler bei der Aufbereitung und Gabe des Impfstoffes vor.
Bitte beachten Sie:

  1. Intramuskuläre Injektionen und auch die Wing-web-Methode sollten auf keinen Fall von ungeübten Haltern oder Züchtern durchgeführt werden ! Ein guter Tierarzt wird auch die Zeit haben, 500 Tiere zu impfen.

  2. Wenn es denn sein muß, daß Sie als Züchter aus wichtigen Gründen selber impfen müssen, lassen Sie sich die Vorgänge erklären und üben Sie den Umgang im Beisein Ihres Tierarztes (zunächst an Apfel, dann an bereits verstorbenem Tier).

  3. Wenn ein Vogel erkrankt ist, gehen Sie bitte zu einem Tierarzt, um die genaue Ursache abzuklären. Der Tierarzt ist derjenige, der Ihnen auch die richtige Medikation für Ihren Vogel verordnet. Unterlassen Sie nach Möglichkeit Eigendiagnose und Eigenmedikation. Zum einen könnte das die eigentliche Krankheit verschlimmern und zum anderen sei gesagt, daß Vögel Lebewesen sind und keine Versuchsobjekte.



Copyright: NM
, Deutschland
Homepage: http://www.treffpunkt-canary.de

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