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Desinfektion von Käfig und Volieren
Artikel geschrieben von Horst Edelmund

Zur vorbildlichen Vogelhaltung und Zucht gehört auch eine saubere Volieren und Käfiganlage. Ist eine erregerbedingte und damit ansteckende Krankheit in einem Vogelbestand aufgetreten, empfiehlt sich eine Desinfektion. Der Züchter fragt sich jetzt, was nehme ich um eine sicher wirkende Abtötung zu erreichen?

Ich möchte gleich darauf hinweisen, dass das Desinfizieren von Volieren nur mit großem Arbeitsaufwand möglich ist, wenn es einigermaßen wirkungsvoll sein soll. Es gibt Züchter, die glauben, dass ein einmaliges Sprühen oder Ausstreuen von einem Universalmittel für eine lange Zeit Abhilfe schafft. Das ist aber nicht der Fall, auch wenn von den Herstellern so etwas behauptet wird. Vor jeder Desinfektion muss zuerst einmal eine gründliche Reinigung aller in der Voliere befindlicher Gegenstände vorgenommen werden.

Alle weniger wertvollen Gegenstände, wie Sitzstangen und alte Nester, sollte man wegwerfen. Wer Betonplatten als Bodenbelag in der Voliere hat, sollte diese mit einer starken Sodalauge schrubben. Auch glatte Holzflächen oder Balken kann man so behandeln. Spanholzplatten sind zu verbrennen. Nach der gründlichen Reinigung das Holz einen Tag austrocknen lassen, damit es wieder saugfähig wird.

Auch den Volierendraht tüchtig mit Sodalauge abwaschen zur Desinfektion müssen wir ein Mittel mit breiter Wirkung gegen Bakterien, Sporen, Viren und Pilze nehmen. In dieser Richtung werden heute schon etliche Mittel angeboten. Ich habe früher bei alten Züchtern beobachten können, das sie mit Peressiegsäure, in verdünnter Form, gute Erfolge hatten. Bei mir hat sich Neguvon gut bewährt. Genau nach Herstellerangaben verdünnt alle Holzflächen einsprühen. Den Betonboden mit Chlorkalkmilch tüchtig abwaschen, damit vernichtet man Bakterien- und Virusarten. Die Desinfektionsmittel sollten ca. 6 Stunden einwirken, bevor wieder mit der Einrichtung der Voliere begonnen wird.

Wenn die Voliere Naturboden hat, muss dieser einen Spatenstich tief abgehoben werden. Bevor neuer Boden aufgeschüttet wird, begießen wir die Fläche mit Chlorkalkmilch mit 10% Kochsalzzugabe, so nass wie möglich und darauf gleich den neuen Boden geben. Wer ganz vorsichtig vorgehen will, kann den Boden nach dem Ausheben mit einem Gasbrenner abbrennen und dann die Kalkmilch darüber geben. 1 Tag später kann die Voliere wieder bepflanzt werden.








Copyright: Horst Edelmund
, Deutschland

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