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Mischlings- und Mutationszucht
Artikel geschrieben von Thomas_Wendt

Gedanken zur Mischlings- und Mutationszucht einheimischer Vögel




Von Zeit zu Zeit werden in verschiedenen Fachzeitschriften und Verbandsnach­richten Artikel über die Mischlings- oder auch Mutationszucht von einheimischen Vögeln veröffentlicht. Ich werfe hier zwar zwei verschiedene Dinge zusammen, aber haben doch beide auch etwas gemeinsam.

In beiden Fällen wird keine Reinzucht betrieben.




Ich, als Liebhaber von europäischen Vögeln und Gegner der Mischlings- und Muta­tionszucht, möchte hier ein paar Gedanken zu Papier bringen und vielleicht auf diesem Wege zur Diskussion anregen.




Oft genug sind vor allem die Züchter europäischer Vögel Angriffspunkt für ,,soge­nannte" Naturschützer. Mit der Mischlings- und Mutationszucht werden hier weitere Angriffspunkte geliefert.




Die These, dass die Wurzel der Mischlingszucht Jahrhunderte zurückreicht, bildet keine Berechtigung, in der heutigen Zeit diese Art der Vogelzucht zu betreiben. Früher waren noch genügend Biotope für die entsprechenden Vögel vorhanden. Die Ent­nahme einiger Vögel aus der Natur, zum Zwecke der Mischlingszucht, minderte die Bestände keineswegs. Heute, im Industriezeitalter, werden die Lebensräume
unserer Vögel immer weiter eingeschränkt. Einige Arten wurden bereits aus ihren natürlichem Lebensraum vertrieben oder gar ausgerottet. Einige werden sagen,
dass es doch noch genügend Dompfaffen oder Stieglitze gäbe. Das ist richtig, aber auch hier sind die Zahlen rückläufig und in einigen Jahren sehen wir auch diese Vögel immer seltener in freier Natur und später vielleicht nur noch beim Züchter oder in Vogelparks. Darum sollte heutzutage jeder Vogel zur Reinzucht eingesetzt werden und nicht in der Misch­lingszucht.




Auf dem Gebiet der Zucht einheimischer Vögel gibt es doch noch genügend Neuland zu entdecken. Zwar werden einige Arten heutzutage schon in beachtlicher Zahl nach­gezogen, aber gesichert sind die Bestände in Menschenhand keineswegs. Durch die Mischlingszucht werden artenreine Vögel der Reinzucht vorenthalten. Auch partner-lose Vögel sollten nicht zur Mischlingszucht eingesetzt werden, denn die Nachfrage nach einheimischen Vögeln ist so groß, dass auch diese Vögel einem artenreinen Vogel zugeführt werden könnten.




Hin und wieder kann es unbeabsichtigt zu Mischlingen kommen. In einer Gemein­schaftsvoliere ist dies durchaus möglich. In einer meiner Volieren kam es vor einigen Jahren zu Mischlingen zwischen Berg- und Buchfinken und das, obwohl jeweils Partner zur Verfügung standen. Diese Mischlinge kommen übrigens auch hin- und wieder in freier Natur vor. Ein Züchterkollege staunte über Stieglitz x Bluthänfling­ und Erlenzeisig x Bluthänflings-Bastarde. Auch hier standen
jeweils Partner zur Verfügung. Die Mischlinge wurden an interessierte Liebhaber verschenkt.




Bei der Mutationszucht sehe ich es ähnlich. Auch hier werden artenreine Vögel der Reinzucht vorenthalten. In freier Natur würde eine Mutation nicht einmal den ersten Winter überstehen. Hier hat Mutter Natur einen Riegel vorgeschoben, so können sich nur artenreine Vögel ermehren.




Es gibt doch unsere domestizierten Vogelarten, wie z.B. den Kanarienvogel oder das Japanische Mövchen. Hier hat der Interessierte Mutationszüchter freie Hand um neue Farbschläge herauszuzüchten.




Warum muss der Dompfaff, Stieglitz oder der Erlenzeisig in verschiedenen Farben gezüchtet werden? Es gibt meiner Meinung nach doch keine schönere als die Wildform. In meinen Augen ist die Mutationszucht zu größten Teil ,,Geldschneiderei". Warum sollte man für eine bisher nicht bekannte
Stieglitzmutation mehrere Tausend Deutsche Mark bezahlen, wenn dieser Farbschlag dazu noch unnatürlich aussieht.




Wenn ich auf einer Ausstellung bei den einheimischen Vögeln mehr Mischlinge und Mutationen als artenreine Vögel sehe, muss ich mir meine Gedanken machen.




Ich bin froh, dass wenigstens die AZ und die Waldvogelverbände die Zeichen der Zeit erkannt haben und die Mischlinge von ihren Ausstellungen ausgeschlossen haben. Dies ist ja nicht bei allen Verbänden der Fall. Ich hoffe, dass auch eines Tages die Mutationen nicht mehr das Zuchtziel der Züchter sind und wir nur noch artenreine Vögel auf den Ausstellungen zu sehen bekommen.




Ich bin mir bewusst, dass nicht alle Züchter meiner Meinung sind. Ich habe hier auch nur meine ganz persönliche Meinung verfasst. Aus vielen Gesprächen weiß ich aber, dass sehr viele Liebhaber einheimischer Vögel ähnliche Gedanken mit sich tragen. Dieser Beitrag soll zum Meinungsaustausch anregen. Vielleicht bringt der eine oder andere ähnliche Gedanken oder auch Gegenteiliges zu Papier und veröffentlicht es in unseren AZN.




Erstveröffentlichung AZ-Nachrichten 02/99


Copyright: Thomas_Wendt
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