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Mutationszucht einheimischer Vögel
Artikel geschrieben von Thomas_Wendt

Im vergangenen Jahr konnte man wieder einmal in verschiedenen Fachzeitschriften über die Mutationszucht lesen, so auch in
unseren AZN. Glücklicherweise waren dies fast nur Artikel, in denen sich die Verfasser gegen die Mutationszucht richteten. Diese
Meinungen möchte ich mit Nachdruck unterstützen.

In der Überschrift spreche ich zwar von einheimischen Vögeln, weil diese mein Steckenpferd sind aber natürlich trifft dies für alle Vogelarten zu. Ein sehr interessanter Bericht des Herrn Dr. E. Günther in den „BNA-aktuell“ (Nr. 1/99) animierte mich, nochmals über meine Ansichten gegenüber der Mutationszucht zu schreiben. Übrigens sollte sich jeder Vogelzüchter den Bericht von Herrn Dr. E. Günther einmal vor Augen führen und sich seine Gedanken machen. Aufgrund
des letzten Artikels in den AZN bekam ich bis auf zwei gegenteilige Meinungen aus meiner Sicht nur positive „feedbacks“. Leider veröffentlichten die wenigsten Züchter und Liebhaber ihre Meinung. Aber viele Anrufe und Zuschriften bestätigen meine Ansichten.




Die Mischlingszucht, die ich seinerzeit ebenfalls ansprach, ist meiner Ansicht nach wohl für jeden verantwortungsvollen Züchter
tabu. Nur verantwortungslose Züchter sind auf diesem Gebiet der Vogelzucht noch aktiv, so finde ich. Da kann man noch soviel von Kulturgut und Tradition sprechen, es müssen endlich die Zeichen der Zeit erkannt werden. Es ist im Bereich der
verantwortungsbewussten Vogelhaltung und -Zucht kein Platz für solcherart Tradition und Kulturgut, das müssen auch irgendwann die „eingefleischten“ Mischlings- und Mutationszüchter erkennen — oder?!




Zurück zum eigentlichen Thema. Züchter, die der Mutationszucht positiv gegenüber stehen, behaupten, dass die Mutationen „einfach im Nest liegen“. Das ist natürlich richtig. Dies ist selbst­verständlich in der Natur auch der Fall. Aber wie oft
sieht man in der Natur einen Grünfink in pastell oder braun? Ein Mutant in der freien Wildbahn überlebt nur kurze Zeit. Entweder
fällt er durch seine auffällige Färbung einem Fressfeind zum Opfer oder er ist in irgendeiner anderen Form geschwächt und hat keine Überlebenschance. Wieso muss nun gezielt mit diesen Mutationen weitergezüchtet werden?




Wenn Züchter sagen, eine Vogelausstellung solle alle existierenden Arten und ihre Mutationen zeigen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Eine Ausstellung soll nach meiner Ansicht möglichst viele Vogelarten mit ihren Unterarten zeigen und keine Vögel die durch Selektion des Menschen farblich von der Wildform abweichen.




Die AZ-AEV möchte zukünftig Mutationen standardisieren und so die einzelnen Mutationen beschreiben. Ich finde diese Arbeit sollte man sich sparen und statt dessen ein Handbuch entwerfen, in dem alle für Ausstellungen zugelassenen europäischen Vögel und Cardueliden, inkl, ihrer Unterarten, ausführlich in Wort und
Bild beschrieben sind, ähnlich wie die Handbücher der Cardueliden Teil 1 und II. Anstatt einen Standard für Mutationen zu erstellen, sollte man sich nochmals ernsthafte Gedanken machen, ob man die Mutationen weiterhin für Ausstellungen zuläßt.




Ich erinnere nochmals an den AZ-Slogan „Arterhaltung durch Zucht“. Hieraus erlese ich Erhaltung der Wildform, damit sich viele Generationen nach uns auch noch an den heute vorkommenden Vogelarten erfreuen können und zwar an der Wildform!




Übrigens sind Mutationen und Mischlinge der europäischen Vögel gesetzlich genauso zu behandeln, wie die Wildformen. Also müssen auch Mutationen und Mischlinge von europäischen Vögeln geschlossen beringt, gemeldet und ins Bestandsbuch ein- und ausgetragen werden. Nur behalten sich die Länder leider Ausnahmeregelungen vor. So auch bei uns in Niedersachsen.




Ich will mit diesem Beitrag erreichen, dass sich auch andere AZler zu diesem Thema äußern und ihre Meinung vertreten, in der
Hoffnung, dass wir irgendwann auf Ausstellungen und in Volieren der Zuchter nur noch die Wildformen unserer europäischen Vögel und Cardueliden sehen. Durch die Zulassung der Mutationen zu den Ausstellungen wird diese Zuchtrichtung von den jeweiligen Verbänden
gefördert. Da mir aber die Reinzucht unserer europäischen Vögel sehr am Herzen liegt, muss ich mir Gedanken machen, ob ich noch aktiv am Ausstellungsgeschehen teilnehmen oder ob ich überhaupt einer Organisation angehöre, der ich mich, als Verfechter der Reinzucht, identifizieren kann. Da ich aber glaube,
dass viele AZler zumindest ähnliche Ansichten haben, blicke ich positiv ins neue Jahrhundert.




Erstveröffentlichung AZ-Nachrichten 05/00


Copyright: Thomas_Wendt
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