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Erfahrungen mit dem Versand von Kleinvögeln
Artikel geschrieben von Thomas_Wendt

Hin und wieder höre ich von Vogelzüchtern, dass sie sich keine Vögel schicken lassen oder auch selbst keine verschicken. Entweder sie denken dem Vogel könne etwas passieren, haben kein Vertrauen zum Transportunternehmen oder sie kennen sich mit dem Ablauf des Vogelversandes nicht aus.

Auch ich versuche nach Möglichkeit neue Vögel selber direkt vom jeweiligen Züchter abzuholen. Dazu lege ich auch für nur einen einzelnen Vogel Hunderte von Kilometern zurück. Wenn es aber aus triftigen Gründen nicht möglich ist, den Vogel selber abzuholen, lasse ich ihn mir zusenden. Auch verschicke ich hin und wieder Vögel an andere Züchter. Schon mein Wohnort in der Nähe Wilhelmshavens, alles andere als zentral gelegen, macht es notwendig, manchmal Vögel zu versenden. Denn man kann nicht erwarten, dass ein Züchter aus Bayern für einen Vogel fast 1000 km zu uns an die Nordseeküste fährt.




Wie aber eingangs erwähnt, gibt es eine Anzahl von Vogelfreunden, die sich mit dem Vogelversand nicht anfreunden können. Aus diesem Grunde möchte ich an dieser Stelle über den Versand von Kleinvögel berichten. In den vergangenen Jahren habe ich ausschließlich europäische Vögel verschickt bzw. mir schicken lassen. Bis 1995 mit der Deutschen Post und ab dem 1.7.95 mit einem privaten Logistikunternehmen, da die Post den Transport von lebenden Tieren zu diesem Zeitpunkt einstellte.




Meine Vögel versende ich ausschließlich mit der Firma GEL Express Logistik. Mit diesem Unternehmen habe ich ausgesprochen gute Erfahrung gemacht. Sie garantiert die Zustellung innerhalb von 24 Stunden. Außerdem wird der Vogel direkt bei mir abgeholt und auch dem Empfänger an die Haustür geliefert. Über die Zentrale (0 18 05 / 355858) bekomme
ich die Telefonnummer für einen GEL-Partner in meiner Nähe. Hier melde ich meinen geplanten Transport an. Es wird jetzt bereits die Empfängeradresse aufgenommen und auch ein Termin zur Abholung vereinbart. Lebende Tiere werden von montags bis mittwochs abgeholt. Durch einen Shuttle-Verkehr zu bestimmten Umschlagsorten, erreichen die Vögel auf kürzestem Weg den Empfänger. Die Abrechnung erfolgt pauschal, d. h. es gibt keine Tarifzonen. Für meine Sendungen kommen ausschließlich Paketstücke bis 5 kg in Frage. Hier beträgt der Versandpreis etwa 53,- DM. Ich nutze die Möglichkeit direkt beim Fahrer zu bezahlen. Aber auch Zahlung per Nachnahme ist möglich. Soweit zum Ablauf des Transportes.




Nun heißt es noch, dem Vogel eine möglichst gute Unterbringung während des Transportes zu verschaffen. Transportkästen kann man selber herstellen oder auch günstig erstehen. Die Größe des Transportkastens muss natürlich auf die Größe des Vogels abgestimmt sein. Der Transportkasten muss mit einem Gefäß für Trinkwasser ausgestattet sein. Hier bieten sich kleine Gefäße bis fünf cm Durchmesser an. Man kann zum Beispiel Kappen von Spraydosen oder auch die grünen Futternäpfe für unsere Ausstellungskäfige benutzen. Den Wassernapf klebe ich mit Hilfe einer Heißklebepistole in eine Ecke des Kastens. In diesen gebe ich bis zur Hälfte Schaumstoff oder Moos und fülle dann Wasser auf. Ein zweiter Napf wird auf diese Weise für ein Weichfresserfutter und Lebendfutter angebracht, sofern ich diese Vogelarten verschicke. Bei Körnerfressern wird ein Schicht Körnerfutter auf den Boden gestreut. Lieber zuviel als zuwenig! Man kann natürlich noch Obst und Beeren geben. Wie erwähnt besteht der Bodeneinstreu bei Körnerfressern aus Körnerfutter.




Bei Weichfressern verwende ich Buchenholzgranulat oder zur Schonung der Füße Moos. Eine Sitzstange sollte auch angebracht werden, da sich die Vögel hierauf besser halten können als auf dem Boden. Um die Vögel nicht unnötig zu beunruhigen, sollte man das Sichtfenster des Kastens mit Gardinen- oder Feinstrumpfhosenstoff versehen. So ist ein Sichtschutz angebracht und die Vögel bekommen trotzdem genug Luft und Licht. Weiterhin wird der Kasten mit der Absender- und Empfängeradresse und den jeweiligen Telefonnummern des Absenders und Empfängers versehen. Nun noch einen Hinweis auf den Transportkasten anbringen, z. B. ,,Vorsicht lebende Vögel!", und fertig ist der Transportkasten. Man sollte nach dem Einsetzen der ,,Passagiere" die Transportkastentür zusätzlich mit Klebeband verschließen. Die eben dargelegten Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf europäische Vogelarten. Sogar empfindliche Weichfresser überstanden diese Art des Transportes ausgezeichnet. Für andere Vogelarten kann diese Methode entsprechend angewandt
werden. Bei Sittichen ist natürlich das Nagebedürfnis zu berücksichtigen.


Erstveröffentlichung AZ-Nachrichten 05/00


Copyright: Thomas_Wendt
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