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Freifliegende Adler, Falken und Milane auf der ,,Burg Maus'
Artikel geschrieben von Thomas_Wendt

Im vergangenen Sommer hat es mich beruflich für einige Tage an die Lahn verschlagen. Mein Zielort hieß Bad Ems, in der Nähe von Koblenz. Ein eher beschaulicher Ort, aber mit reichlich Gelegenheiten, das ornithologische Herz höher schlagen zu lassen.

In meiner Unterkunft wurde ich auf eine Anzeige in einer Broschüre aufmerksam. Da hieß es, ,,Freifliegende Adler, Falken und Milane auf der Burg Maus". Gemeint war ein Adler- und Falkenhof. Hier hat man die Möglichkeit, sich täglich durch die Flugvorführungen der verschiedenen Greife begeistern zu lassen.

Ich besuchte zwar schon zwei, drei Falkenhöfe, aber trotzdem zog es mich mit einem Kameraden an einem sonnigen Tag in die Loreleystadt St. Goarshausen. Die Stadt liegt unmittelbar am Rhein und ist weltbekannt durch den Loreleyfelsen, der als Symbol für den ganzen Rhein steht. Schon von weitem konnten wir die mittelalterliche Burg ausmachen. Die Burg galt früher als uneinnehmbar. Dies ist auch durchaus nachvollziehbar, wenn man an den sehr anstrengenden Aufstieg denkt. Am Fuße des Berges angekommen hatten wir erst einmal einen Fußmarsch von etwa zwanzig Minuten auf einem serpentinenartigen Weg hinter uns zu bringen. Oben angekommen, wurden wir mit einem herrlichen Blick auf den Hunsrück belohnt und einige Minuten später begannen auch schon die Flugvorführungen und der Lehrvortrag.




Besitzer des Adler- und Falkenhofes ist der ehemalige Luftwaffenoffizier H.-U. Voell. Mindestens genauso aktiv auf der Burg eingespannt ist seine Frau Vera. Sie ist eine passionierte Jäger- und Falknerin.




Nach einer kurzen Einführung über den Adler- und Falkenhof selbst und über die hier gehaltenen Greifvögel, begannen die Flugvorführungen. Den Anfang machte eines der schnellsten Lebewesen der Welt. Wenn ein Wanderfalke im Sturzflug, mit angelegten Flügeln, über mehrere hundert Meter in die Tiefe stürzt, erreicht er eine Geschwindigkeit von bis zu 350 km/h. Immer wieder stürzte ,,Pia", so der Name des Wanderfalkenweibchens, vom Himmel, um das Federspiel in den Händen des Falkners zu erbeuten. Ein Federspiel ist eine, an einer Schnur befestigte, Beutetierattrappe. Auch werden hieran Teile einer Taube befestigt, um so den Vögeln nach erfolgreicher Jagd eine Belohnung zu gewähren. Auf diese Attrappen sind die Greife abgerichtet.




Übrigens besitzen alle Greife auf der Burg Maus einen Namen. Voell erklärte, daß die Vögel nicht auf den Namen hören, sondern sie reagieren auf die Art und Weise, wie der Falkner sie anspricht, d.h. auf Stimme und Lautstärke.




Zurück zu den Wanderfalken. Sie sind weltweit verbreitet, aber trotzdem sehr selten geworden. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Vögeln, die er im Fluge erbeutet.




Den nächsten Höhepunkt bildete der Rote Milan ,,Bruno". Auch dieser wendige und schnelle Greif begeisterte mit seinen Flugkünsten. Im rasanten Flug ergriff er ihm zugeworfene Beutestücke knapp über den Köpfen der Zuschauer. Spannung herrschte, als ,,Bruno" ein totes Futterküken im Fluge vom Kopf einer jungen Zuschauerin ergriff. Da Milane einen sehr tief gegabelten Schwanz besitzen, sind sie in der Luft sehr gut zu bestimmen. Er kommt in Mittel- und Südeuropa recht häufig vor, im Norden dagegen ist er äußerst selten anzutreffen.




Nun stand Schönheit und Eleganz auf dem Programm. Ein Raunen ging durch die Menge, als Voell mit seinem Seeadler vor die Besucher trat. ,,Immelmann" ist sein Name. Benannt nach dem großen Jagdflieger des 2. Weltkrieges. Es war schön anzusehen, wie ,,Immelmann" seine Kreise über dem Rheintal zog. Trotz seines Gewichtes und seiner Masse, war auch er in der Lage, ihm zugeworfene Beute im Fluge zu ergreifen. Ein in der Nähe brütendes Turmfalkenpaar hatte keinen Respekt vor dem gewaltigen Vogel und attackierte ihn immer wieder. So hatte er schließlich die Lust am Fliegen verloren und ließ sich zwischen den Zuschauern nieder. Ein schöner Anblick, wer hat schon mal die Gelegenheit diesen seltenen Vogel im Abstand von 50 cm vor sich auf dem Boden zu sehen?




Nun setzte ein Steinadler zum Sturzflug an. Auch dieser Greif besitzt einen Namen. Schlicht und ergreifend wurde er ,,Fuchs" getauft. Auch ,,Fuchs" drehte seine Kreise und führte Sturzflüge vor. Der Adler- und Falkenhof auf der Burg Maus ist bekannt durch seine Zuchterfolge mit den seltenen Steinadlern. Bis heute wurden über fünfzig Vögel großgezogen. So trägt man in großartiger Weise zum Erhalt dieses wunderschönen Vogels bei. Die Besucher hatten die Gelegenheit, einen wenige Wochen alten Jungvogel des Steinadlers zu betrachten. Bei dieser Gelegenheit erklärte Voell, daß all seine Vögel mit Mikrochips gekennzeichnet seinen, um so evtl. gestohlene Vögel zu identifizieren.




Den Schlußpunkt setzte der Uhu ,,Puck". Er wurde mit der Hand aufgezogen und zählt nun bereits vierzehn Lenze. Mit dem Uhu ging der Falkner durch die Besucherreihen. Die Zuschauer hatten die Gelegenheit diesen Vogel zu streicheln. Besonders für Kinder wohl eine einmalige Sache, denn dies ist eine Möglichkeit, die Natur ein Stück näher zu bringen. Die sechzig Minuten gingen viel zu schnell vorbei, aber alle Besucher waren begeistert. Die während der Vorführung ausführlichen Erläuterungen über die Lebensweise der einzelnen Vögel, brachten auch mir die Greife sehr viel näher.




Gerade für Jugendgruppen und Schulklassen halte ich solche Einrichtungen für sehr wichtig. Wer einmal in die Nähe der Loreleystadt St. Goarshausen kommt, sollte einen Besuch der Burg Maus einplanen, um sich von den Flugvorführungen begeistern zu lassen. Der Adler- und Falkenhof ist ab Mitte März bis Anfang Oktober jeden Jahres geöffnet.

(Erstveröffentlichung AZ-Nachrichten 11/99)


Copyright: Thomas_Wendt
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