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Der 4. Niedersächsische Waldvogel- und Cardueliden-Stammtisch
Artikel geschrieben von Thomas_Wendt

Der in Züchterkreisen mittlerweile bekannte Niedersächsische Waldvogel- und Cardueliden-Stammtisch fand am 28. 5. 2000 zum 4. Male statt.

Ausrichter war wiederum die AZ-Ortsgruppe „Vogelfreunde Sande e. V.“ (271), die ihre Vereinsräume zur Verfügung
stellte und dieses Treffen vorbereitete. Diese Zusammenkunft war geprägt von zwei herausstechenden Punkten. Zum einen wurde von der Zuchtfreundin F. Meier
und den Zuchtfreunden B. Beyer, W. Meier und T. Wendt die Gründung einer Interessengemeinschaft unter dem Dach der AZ angeregt und schließlich gegründet. Zum anderen begeisterte der Referent, M. Busch aus Röbel/Schleswig-Holstein, die Teilnehmer mit einem informativen und lehrreichen Dia-Vortrag über die Haltung und Zucht von überwiegend europäischen
Weichfressern.




Der 1. Vorsitzende des gastgebenden Vereins, Zuchtfreund W. Meier, begrüßte die 51 Teilnehmer und eröffnete den Stammtisch. Er zeigte sich aufgrund des starken Zuspruchs hocherfreut. Wenn dieses Treffen so gut angenommen wird, lohne sich der Aufwand der Vorbereitung und Organisation, so Meier. Anschließend übernahm T. Wendt das Wort und gab einige organisatorische Hinweise. Dabei wurde betont, dass der Stammtisch von der Futtermittelhandlung Blattner, unter Züchtern heimischer Vögel und Cardueliden sicher ein Begriff, unterstützt wurde. Weitere Bemerkungen zu den Vereinsräumen, zur Verpflegung und zum Sinn und Zweck des Stammtisches wurden kurz gehalten. Da der Versammlungsraum bis auf den letzten Platz besetzt war, wird dieses Treffen künftig in der Cafeteria, die zur Ausstellungshalle der Sander Vogelfreunde gehört, durchgeführt.




Nun folgte der Vorschlag an die Teilnehmer, eine AZ-AEV-Interessengemeinschaft für Europäische Weichfresser ins Leben zu rufen. Nach Vorstellung der Richtlinien der AZ für Interessengemeinschaften und kurzer Diskussion, wurde die Gründung
beschlossen. Um den Verfahrensweg zur Genehmigung durch die AZ zu verkürzen, wurden bereits ein Sprecher und eine Vertreterin gewählt. Die 31 wahlberechtigten
AZ-Mitglieder wählten einstimmig T. Wendt zum IG-Sprecher. Ihm zur Seite steht als Vertreterin F. Meier, die ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Beide bedankten sich für das entgegengebrachte Vertrauen. Sie gaben bekannt, dass der Antrag auf Zulassung der IG umgehend an die AZ gestellt werde.




Als „Sprachrohr“ der neugegründeten IG soll ein Info-Rundschreiben an die Stammtisch-Teilnehmer versandt werden. Das Rundschreiben soll mindestens zwei mal pro Jahr erstellt werden. Neben aktuellen Stammtisch-Themen, Terminen und Anzeigen, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen sowie Tips und Tricks niederzuschreiben. Das erst Rundschreiben soll den Teilnehmern rechtzeitig vor dem nächsten Stammtisch vorliegen. Um Kontakte vertiefen zu können, wird diesem Schreiben eine Liste der bisherigen Stammtisch-Teilnehmer beiliegen.




Nun erhielt der erste Vortragende das Wort. Der stellvertretende AZ-AFZ-Obmann auf Bundesebene, Zuchtfreund W. Ohde aus Wedemark, berichtete über die neue Bundesartenschutzverordnung. Weiterhin ging er auf den aktuellen Sachstand der Qualzuchtverordnung ein. Besonders die geplanten Änderungen im Hinblick auf die Beringung der heimischen Vögel sorgte für Diskussionsstoff. Diesen Ausführungen folgte der mit Spannuung erwartete, praxisbezogene und mit reichlich Dias untermalte Vortrag über die Haltung und Zucht von Weichfressern. Zu Beginn stellte Zuchtfreund Busch sich, seine Volieren und seinen Wohnsitz in einem wunderschönen Naturschutzgebiet in Wort und Bild vor. Er stellte verschiedene Pflanzen- und Tierarten vor, die am Wegesrand zu seinem Haus leben. Der eigentliche Vortrag begann mit dem heimischen Seidenschwanz. Die sehr schönen Dias zeigten ein Pärchen in den verschiedenen
Phasen der Brut. Beginnend mit der Balz, über den Nestbau, das Gelege und schließlich die Jungvögel. Eindrucksvoll ist die Zahmheit der Seidenschwänze. Das hudernde Weibchen nahm auf dem Nest sitzend, Drohnenmaden aus den Hand des Pflegers und gab sie an die Jungen weiter. Ein beliebtes Aufzuchtfutter der Seidenschwänze seien Grillen. Die Beringung erfolgt bei Zuchtfreund Busch mit 3,5 mm AZ-Ringen. Einige Bilder dieses nordischen Vertreters im Jugendgefieder vervollständigten die Dokumentation der gelungenen Seidenschwanzzucht.




Die Bartmeisen bezeichnete der Referent neben den Seidenschwänzen als seine Lieblingsvögel. Durch ihr weiches Federwerk und der zarten Gefiederfärbung, verglich er sie mit der Schöonheit chinesischen Porzellans. Auch bei den Bartmeisen ging Zuchtfreund Busch auf sämtliche Phasen der Brut ein und dokumentierte dies mit gelungenen Bildern. Die enge Beziehung zwischen den Partnern fällt bei den Bartmeisen besonders ins Gewicht. Streicheleinheiten und gegenseitiges Gefiederkraulen sind ständig zu beobachten. Bei der Bebrütung des Geleges wechseln sich die Partner ab.




Es folgten die Rotschwänze. Hervorzuheben bei der Gefiederfärbrung
des asiatischen Spiegelrotschwanz ist der weiße Flügelspiegel. Da auch die Weibchen diesen Spiegel besitzen, sind sie eindeutig von unseren heimischen Garten- und Hausrotschwanzweibchen zu unterscheiden. Zu beachten bei der Zucht ist die Aggressivität des Männchens gegen selbständige Jungvögel. Sollten die Jungvögel nicht rechtzeitig abgesetzt werde, kommt es nicht selten zu Todesfällen.




Von besonderer Eleganz und Schönheit ist der heimische Gartenrotschwanz. Bei der Auspolsterung der Nester konnte Zuchtfreund Busch beobachten, dass die Weibchen unterschiedliche Materialien bevorzugen. Manche nehmen ausschließlich kleine, weiche Federn, andere Weibchen hingegen nur Hundehaare. Nicht nur der Vogel an sich,
sondern auch die Eier zeigen eine hübsche Färbung. Durch die blau-grüne Farbe erinnern sie an die der Heckenbraunellen oder Rubinkehlchen. Gerade bei dieser Rotschwanzart ist eine Einzelhaltung des Paares erfolgversprechend. Eine gezielte Fütterung kommt ausschließlich dem jeweiligen Paar zugute. In Gesellschaft nehmen auch die anderen Vögel gerne das den fütternden Eltern zugedachte Futter auf. Trotzdem züchtet Zuchtfreund Busch sowohl in Gemeinschaftschafts- als auch in
Einzelvolieren.




Der heimische Hausrotschwanz wurde als Stadtvogel bezeichnet. Als einstiger Felsenbewohner, ist er mittlerweile in Städten sehr häufig anzutreffen. An den menschlichen Bauten findet er doch
reichlich Gelegenheiten um geschützte Nester zu erstellen. Am Beispiel der Hausrotschwänze wurde gezeigt, dass bei fehlerhafter Fütterung der Zuchtausgang enttäuschend verläuft. Eine zu reichliche Gabe von Lebendfutter kann die Vögel verfrüht in Brutstimmung bringen. So kam es vor, dass die Hausrotschwänze das Nest mit den noch nicht flüggen Jungvögel überbauten und eine neue Brut anfingen. Hier gab der Referent an, dass nicht die Vögel, sondern der Pfleger Schuld ist. Weitere Bilder zeigten flügge Haus- und
Gartenrotschwänze im Vergleich. Eindeutiger Unterschied ist das gesprenkelte Jugendgefieder der jungen Gartenrotschwänze. Junge Hausrotschwänze lassen jegliche Sprenkelung vermissen. Nach soviel Wissenswertem folgte eine kurze Pause, die von den Anwesenden
zum Fachsimpeln und klönen, wie die Friesen sagen, genutzt wurde.




Nach den nicht minder interessanten Pausengesprächen ging der
Vortragende auf die Herstellung von Nisthilfen ein. Für Vögel von Drosselgröße eignen sich hervorragend ausgediente
Blumenübertöpfe aus Holz oder Korb. Für kleinere Arten empfahl er, „Busch“-Nester. An Spitzen und Ende zusammengebundene Weidenzweige dienen als Basis. In die Mitte wird ein faustgroßes Loch gebogen und ein Körbchen befestigt. So angebracht, wird diese Nisthilfe von vielen Arten dankend angenommen. Bei dieser Gelegenheit machte Zuchtfreund Busch auf eine gute Möglichkeit aufmerksam, um Insekten in die Voliere zu locken. Durch eine in der Voliere montierte Neonröhre lassen
sich des nachts Insekten anziehen. Diese verbleiben zumeist an den Pflanzen in der Voliere und werden bereits im Morgengrauen von den Vögeln gejagt. Dies ist für die Vögel, neben den Grillen, Mehlkäferlarven, Fleischmaden, Drohnenmaden und Zophobas eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Für seine verschiedenen Drosseln bietet er zudem kleingeschnittene
Gehäuseschnecken an. Sollten die Alttiere ihre Jungen nur unzureichend füttern oder durch regnerisches Wetter nur wenige Insekten in die Voliere gelangen, füttert Zuchtfreund Busch mit
Hilfe einer Futterspritze zu. Er hat dabei sehr gute Erfolge erzielt.




Das Grundfutter für seine Insektenfresser besteht aus vier Teilen eines sehr guten Trockeneifutters und aus einem Teil eines sehr guten Trockeneifutters und aus einem Teil gemahlenen Trockenfleisch. Angereichert wird diese Mischung mit Sonnenblumenöl. Als Zusatzfutter hat sich besonders das Welpenfutter Royal canin A 3 bewährt. Es wird sowohl trocken als auch aufgeweicht
angeboten. Die größeren Weichfesser nehmen es gern in Pelletform auf. Die kleineren Arten hingegen nehmen es geschrotet auf Als zusätzliche Vitamingabe wird ständig Korvimin unter das Weichfresserfutter gemengt. Eine Wurmkur wird zwei mal pro Jahr durchgeführt. Als Medikament gegen verschiedene Infektionskrankheiten hat Zuchtfreund Busch stets Baytril 2,5 % im Hause. Es wird über mehrere Tage verabreicht und zwar nur zur Einzelbehandlung. Es ist darauf zu achten, dass der Vogel den Tropfen
abschluckt. Gute Erfahrungen wurden mit dem Antibiotikum Friesomycin gemacht. Es enthält gleichzeitig aufbauende Vitamine. Zur Reinigung der Gehege, Käfige und Nisthilfen kommt Atznatron zum
Einsatz. Gegen Koccidien helfen die Medikamente Sulfa Methazin und
Myco-san-t. Diese Mittel dienen sowohl zur Vorsorge als auch zur Bekämpfung.




Nun folgten noch einmal Bilder von verschiedenen Vogelarten. Die Heckenbraunelle wurde wie zuvor die Rotschwänze in verschiedenen Phasen der Brut gezeigt. Lieben die Heckenbraunellen stark bewachsene Volieren, so mag die Bachstelze hingegen freie Flächen. Auch ihre Zucht wurde mit einigen Dias vorgestellt.




Die allseits bekannte Chinesische Nachtigall, auch unter dem Namen Sonnenvogel bekannt, benötigt eine ausgewogene Ernährung. Der Referent stufte sie als empfindlich während der Brut ein. Schon die geringste Störung kann sie zur Aufgabe des Nestes bewegen. In Notfällen sei sie sehr gut als Ammenvogel einsetzbar. Mit Braunflügelmausvögeln gelang die erfolgreiche Zucht über mehrere Jahre hinweg. Diese urige Vogelart ist weder für den Käfig, noch als Einzelvogel geeignet. Sie fühlen sich nur in der Gruppe wohl. In ihrer afrikanischen Heimat halten sie sich vorwiegend in Büschen und im Gestrüpp auf. Hierauf sind auch ihre hervorragenden Kletterkünste zu begründen. Durch ihren scheinbar unkontrollierten Flug ist auf eine Vergesellschaftung mit anderen Vögeln zu verzichten. Eine Eigenart der Mausvögel ist der todesähnliche Schlaf. In der raren Literatur über Mausvögel erfuhr Zuchtfreund Busch, dass diese Starre vorwiegend in Notsituationen eingenommen wird. Als Gründe wurden Hungersnot, Stress und Kälte genannt. Der Vortragende konnte beobachten, dass die Vögel auch bei warmen Wetter, gefüllten Futternäpfen und zu stressfreien Zeiten in diesen Schlaf verfielen. Eine Erklärung konnte er nicht geben.




Nach dieser interessanten Vogelart folgten noch mehrere Bilder der Sibirischen Gartendrossel. Auch von diesem guten Sänger wurden die einzelnen Stadien der Fortpflanzung gezeigt. Wie die heimische Amsel oder Singdrossel, kleibert auch diese Drossel ihr Napfnest aus.




Der Abschluss blieb dem heimischen Star vorbehalten. Wie bei den anderen Arten auch, betonte Zuchtfreund Busch noch einmal die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Nachzucht. Die vorgesehenen Partner müssen zur gleichen Zeit paarig sein. Ist dies nicht der Fall, ist eine erfolgreiche Nachzucht von vorn herein ausgeschlossen. Anhand der Dias konnten sehr schön die Geschlechtsunterschiede erklärt werden. Die Weibchen besitzen
wesentliche größere Tupfen. Erwähnenswert noch die relativ kurze Mauserzeit. Ab Sichtbarwerden der ersten Mauserlücken,
führen die Jungen in 10 bis 12 Tagen eine Kleingefiedermauser durch.




Der sehr informative Diavortrag wurde von den Zuhörern mit reichlich Applaus honoriert. Als Dankeschön wurde Zuchtfreund Busch eine Flasche des sogenannten „Vogelweines“ des VDW-Landesverbandes Nord überreicht. Das Etikett der Flasche zeigt eine Goldammer. Übrigens fließen Anteile des Verkaufspreises dieses Weines Arten- und Biotopschutzprojekten zu.




Nachdem der Stammtisch offiziell beendet wurde, saßen noch zahlreiche Teilnehmer in gemütlicher Runde beisammen, um über das gemeinsame Hobby zu plaudern. Der nächste Waldvogel- und Cardueliden-Stammtisch findet am 19. November statt. Ausrichter dieser AZ-AEV-IG Europäische Weichfresser — Veranstaltung ist wiederum die AZ-Ortsgruppe „Vogelfreunde Sande e.V".




Durch Beiträge in den verschiedenen Fachzeitschriften wird an den Termin erinnert. Außerdem erhalten die bisherigen
Stammtischteilnehmer, wie bereits angekündigt, rechtzeitig ein Rundschreiben mit Informationen zum nächsten Treffen.




Copyright: Thomas Wendt, Wilhelmshaven, Deutschland




(Erstveröffentlichung AZ-Nachrichten 10/00)



Copyright: Thomas_Wendt
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