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Die Geschichte der Falben
Artikel geschrieben von Karl-Heinz Werner

In der „Chronik der Mutationen“ wird erstmals 1929 aus der Schweiz ein Falbe gemeldet, der aus der Verpaarung Olivgrün X Grauflügel entstanden sein soll. Von diesem Vogel gibt es keine Nachzucht.





Ich möchte auf diese Verpaarung besonders hinweisen, weil gerade der Grauflügel noch mehrmals bei der Entstehung der Falben besonders erwähnt wird.

Ein Jahr später, also 1930, meldet der Züchter Mr. B. O`Brian aus Sydney Falben.





In 1931, ebenfalls nur ein Jahr später, werden gleichzeitig aus
Kalifornien und von dem Magdeburger Züchter Schumacher Falben gemeldet.





1933 sollen die ersten Falben nach England eingeführt worden sein
(ABS Mitte 1990 von J.A. Brown)





Bei den Falben unterscheiden wir 4 verschiedene Mutationen:








1.) der Kontinentale Falbe, er hat rote Augen mit Irisring





2.) der Englische Falbe, er hat rote Augen ohne Irisring





3.) der „Plumeye“ hat lila/pflaumenfarbige Augen ohne Irisring und





4.) den „Moffat-Falbe“ oder auch „Schottischer Falbe“, er hat
rote Augen und nur einen schwachen Irisring.








Die beiden ersten Mutationen haben leider nur noch sehr geringe Bedeutung
in der Schau-WS-Zucht; die Mutationen 3 + 4 (also der Plumeye und der Moffat-Falbe)
sind nach Vins (Das WS-Buch) ausgestorben.





Da in der deutschsprachigen Literatur sehr sehr wenig über die
Falben zu lesen ist, habe ich, dank den Unterlagen von ZR Dieter Schmid,
einiges aus der englischen Literatur bekommen und übersetzt.





In einem Bericht über Falben von C.H. Rogers von 1987 schreibt
er folgendes:





Im WS-Bericht Nr. 19 vom Dezember 1931 erschien ein Brief, in dem eine
erste Andeutung über eine rotäugige Art gemacht wurde, die in
Amerika gezüchtet wurde. Eine Frau A.R. Hodd aus Kalifornien schrieb:





„...ich habe zwei Paar Grüne, abstammend von Grünen. Zum
jetzigen Zeitpunkt habe ich von einem Paar dieser Grünen vier Jungtiere
von gelblichem grün mit fast zimtfarben-grauen Flügeln und Schwanz
und wirklich tief roten Augen."








Ich glaube, hier sind die spezifischen Punkte der Falben ganz klar herausgestellt:





fast zimtfarben graue Flügel und Schwanz





Dies kann ich auch unterstreichen bzw. bestätigen! Ich habe 2
Jungtiere Mitte Januar d.J. gezüchtet:





Vogel 1: Zimt Hellblau/falbe





Vogel 2: Grauflügel Hellblau.





Beide Vögel sind fast gleich alt. Ich habe leider in meinem Bestand
kaum Zimter, da ich ein vermischen mit den Grauflügeln vermeiden will.


Das Zimt der Henne, die spalterbig in Falbe ist, ist in meinen Augen ein
anderes Zimt, als das, was wir von den reinen Zimtern her kennen. Ich bin
kein Maler oder Anstreicher mit einer Farbpalette, aber für mich hat
dieses Zimt einen Grau-Ton. Die Tendenz zum Grauflügel ist m.E. klar
zu erkennen.








Nun weiter zu dem Bericht der amerikanischen Züchterin:





"Vom zweiten grünen Elternpaar hat sie 2 Jungtiere; eins mit dem
selben gelblichen grün, zimtfarben-grauen Flügeln und Schwanz
und rote Augen, das andere Junge ist klar kanariengelb ohne irgendwelche
Wellenzeichnung außer denen, die man nicht wahrnehmbar nennen kann


- sie sind so schwach; und es hat auch tief rote Augen - ein sehr schöner
Vogel." Hier ist m.E. ein Zimt Falbe von der Züchterin beschrieben
worden.








Die Züchtung von rotäugigen WS von zwei verschiedenen Paaren
von Hellgrünen zeigt, daß diese Mutation rezessiv ist und vor
einiger Zeit bei einem halben Chromosomenpaar mutierte und weitergegeben
wurde an andere grüne Vögel im Stamm. Wenn 2 Vögel, die
beide eine neue rezessive Farbe tragen, gepaart werden, entsteht erst die
neue Farbe. Das zeigt, daß die amerikanische Mutation irgendwann
um 1929 entstanden sein muß. Da die Augenfarbe als tief rot beschrieben
wurde, scheint es, als seien sie eine gleiche Mutation wie die deutschen
Falben. Soweit die Nachforschungen zeigten, scheinen die amerikanischen
Falben ausgestorben.








Zu den roten Augen:





Vor zwei Jahren hatte ich auch einen ganz gelbe WS mit diesen roten
Augen - leider verstarb mir dieser Vogel ohne Nachzucht von ihm zu bekommen.
Wenn man einen Ino und einen dieser ganz gelben Falben anhand der Augenfarbe
bzw. deren Intensität vergleicht, dann haben die Ino`s ein helleres,
etwas klareres rot als die Falben.








In einem anderen Artikel (aus dem WS-Bulletin Nr. 35) vom Juni 1935
schreibt Dr. Hans Steiner aus Zürich:





"...die von Herrn Schumann aus Magdeburg in 1932 gezüchteten Vögel
scheinen nicht die ersten dieser Art zu sein. Vorher, im Jahre 1929, hat
der schweizer Vogelliebhaber Herr Augustin aus Biel einen rotäugigen
WS mit braunen Flügeln gezüchtet, der Beschreibung nach ein Falbe.


Er entstand beim Paar eines Olivfarbenen mit einem Grauflügel Grünen
und war ein Hahn. Leider verstarb dieser Vogel im Sommer 1930 ohne irgendwelche
Nachkommen zu hinterlassen".








Einer Notiz (aus dem Avicultural Magazin) vom Oktober 1933 zufolge,
hat Herr C. Balser aus Darmstadt gelbe WS mit rubinroten Augen gezüchtet


- die Flügelzeich-nung war braun. Er züchtete auch „weiße“


WS mit roten Augen und der gleichen braunen Zeichnung auf den Flügeln.


Diese Notiz wurde zitiert (im WS-Bulletin Nr. 27) im Oktober 1933. Im darauffolgenden
Bulletin Nr. 28 vom Dezember 1933 wurde über eine weitere rotäugige
Mutation berichtet von Francis H. Rudkin, welcher aus-führte, daß
Vögel gleich denen von Herrn C. Balser aus Deutschland und Frau A.R.
Hood aus Amerika, mit rubinroten Augen gezüchtet wurden. Die sonderbarste
Sache bei ihnen sei, daß die Nasenhaut praktisch gleich ist bei beiden
Geschlechtern. Diese australische Mutation wurde weiterverfolgt und wird
heute noch erfolgreich in diesem Lande gezüchtet.








Im Februar 1934 wurde die Entstehung von diesen rotäugig braun
gezeichneten Vögeln etwas erläutert durch einen Artikel in „Der
Wellensittich“ von Kurt Kokemüller (vom März 1934):





"...Die Falbenvögel sind eine neue Mutation. Im Dezember 1932
erhielten Herr Schrapel und Kurt Kokemüller diese sehr schönen
Vögel von dem Züchter Herrn Schumann aus Magdeburg. Die Vögel
sind goldgelb mit welliger Zeichnung und Kehltupfen von deutlich brauner
Schattierung. Der Körper (Rumpf) ist gelb-oliv, die Füße
sind blaßrosa wie bei den Albinos und die Augen sind rot - aber nicht
nur ein helles rot wie im Falle eines Albinos. Der Schnabel ist gelb, die
Nasenhaut der Hähne ist nicht so deutlich blau wie bei normalen Hähnen
aber blaßbläulich purpur. Es sind nicht unbedingt schwache und
kleine WS".





Hieraus kann man ersehen, daß Falben und Zimter sehr deutliche
Mutationen sind, von denen jede ihren eigenen Farbcharakter hat.








Einführung nach Großbritannien





Die Falben vermehrten sich schnell dank der kompetenten deutschen Züchter
und im Juni 1934 wurden die ersten Exemplare nach Großbritannien
exportiert (von H.R. Scott, B.S. Campkin, F.G. Simpson und W.P.C. Unwin.)








Ausstellungen





Als man begann die Falben auf den Schauen auszustellen, wurden sie
bald zur Sensation und beispielsweise besonders die olivfarbenen gewannen
die höchsten Preise auf vielen Schauen überall im Land. Für
einige Jahre war die Umgebung von Cam-bridge die Hochburg der Falbenzüchter.
Einige dieser Falbenpaare, die ausgestellt wurden, hatten gold-orange-gelbe
Körperfarbe und klare gräulich braune Flügel-zeichnung.





Obwohl die deutschen Falben die ersten ausgestellten Variationen waren,
sieht man sie heute eher selten auf Ausstellungen. Es ist schwierig sich
vorzustellen, daß am Anfang Falben gewonnen haben und zahlreich ausgestellt
wurden auf Ausstellungen im ganzen Land.








Die Musterbeschreibung der Falben.





Falben gibt es in Normal und in Opalin bei den Ausstellungen.





Für alle Falben gilt:





Kehltupfen: braun





Beine/Füße: fleischfarben





Nasenhaut 1,0: rosa








0,1: blaß- bis dunkelbraun





Augen: rot mit Iris (Kontinentaler Falbe)





rot ohne Iris (Englischer Falbe)





Wellenzeichnung: braun








Die Normal-Falben werden wie folgt beschrieben:





Die Maske am Hals wird durch 6 gleichmäßige, im gleichen
Abstand angeordnete, große runde Tupfen verziert, von denen die beiden
äußeren auf jeder Seite durch längliche Wangenflecke teilweise
verdeckt werden. Beim Falben wird, wie selbstverständlich bei allen
Farben, eine gleichmäßige Körperfarbe (die Intensität
der Kör-perfarbe wird später noch genauer erläutert) verlangt.
Die Wellenzeichnung an Kopf, Wangen, Hals, Rücken und auf den Flügeln
soll klar und deutlich, gut abgegrenzt hervortreten.





Für den Falben in Opalin gilt:





wie bei den Normal-Falben schon gesagt, jedoch Hinterhaupt, Nacken
und Rücken ohne Wellenzeichnung. Die Federn der Flügel sind in
der Körperfarbe gesäumt. Dunkle Schwungfedern mit breiteren grünen
bzw. blauen Säumen als bei Normalen. Die Handschwingen sind in der
Mitte auf ca. 1-2 cm weißlich durchbrochen, wo-durch auf beiden Seiten
ein Flügelspiegel entsteht.





Wir kennen die Falben in allen Farbschlägen und Zeichnungen in
der Grün- und in der Blaureihe.





Die Maske des Falben in Grün und in Graugrün ist Gelb, die
Grundfarbe gelb grün überhaucht, die langen Schwanzfedern sind
braungrau, ebenso wie die Schwungfe-dern.





Die Maske des Falben Blau und Grau ist weiß, die Grundfarbe des
blauen Falben ist weiß, blau überhaucht; die des grauen ist
ebenfalls weiß, aber grau überhaucht, die langen Schwanzfedern
und die Schwungfedern sind braungrau. Die Blaue bzw. Graue Farbe wird von
der Maske bis zum Bürzelbereich immer intensiver.





Die Wangenflecke sind violett - bei Falben mit Graufaktor grau.





Es gibt den Falben auch in Gelbgesicht in der Blaureihe. Bei der Mutation


I sind die langen Schwanzfedern zusätzlich gelb gesäumt und die
Maske ist ebenfalls gelb.





Bei der Mutation II ist die Maske gelb, die Grundfarbe und die Schwungfedern
sind gelb überhaucht; die langen Schwanzfedern sind gelb gesäumt.





Beim Australisch GG 1F läuft das Gelb so aus, daß der Vogel
mit zunehmendem Alter fast nicht mehr von einem grünen WS zu unterscheiden
ist.





Trägt der Falbe den GG-Faktor doppelt, so hat er ein leuchtend
gelbes Gesicht.





Der Zusatz Gelbgesicht fördert eine intensivere Zeichnung. Das
leuchtendere Gelb führt dazu, daß der Grünanteil in der
Farbe zurückgedrängt wird.








Die Falben werden genau so wie die Normalen, Zimter usw. bewertet:





45 Punkte für Größe, Typ, Haltung, Flügelstellung





20 Punkte für Größe und Form des Kopfes





15 Punkte für Farbe





15 Punkte für Maske und Kehltupfen





5 Punkte für Zeichnung








100 Punkte








Wie soll nun eigentlich der Falbe aussehen? Oder besser/richtiger gefragt:





Was für einen Falben wollen wir eigentlich auf den Ausstellungen
sehen?





Vor 2 Jahren hatte ich auf der Zuchtrichtertagung einen Falben mitgebracht,
der auch eine wesentlich hellere Flügelzeichnung hatte - ich würde
dazu fast "cremefar-ben" sagen. Leider habe ich diesen Falben nicht mehr.


Diese "Cremefarbe" ist jedoch auch noch unter Braun zu führen. Wenn
unser Standard nicht angepaßt wird bzw. deutlicher in der Farbbezeichnung
geändert wird, habe ich bzw. wir alle, keine Möglichkeit, hier
Einhalt zu bieten, denn ich kann ihm für diese Flügelfarbe m.E.
auch keine Abzugspunkte geben. Erst wenn der Standard genaueres über
die Flügelfarbe aussagt, kann ich dementsprechend handeln. Ich würde
empfehlen, daß man zu helle Falben bestraft, und die Falben vorzieht,
die doch einen sichtbaren "Braun"-Anteil mitbringen.








Kritikpunkt - Hinweis auf die Körperfarbe und die Zeichnung:





- will man den "Grau" Flügel-Falben fördern, sollte man den
WS mit mehr Braunanteil nicht zu hart bestrafen, denn die Musterbeschreibung
lautet fälschlicherweise: Wellenzeichnung und Kehltupfen: braun(!).





- mit der ungenauen Farbbezeichnung unseres Standards hat man wenig
Abzugsmöglichkeiten beim nicht typischen Falben. Man sollte höchstens
1-2 Punkt beim nicht typischen Falben (sprich zu blaß) abziehen.


Das Braun besteht aus Grau mit Gelb.








Rogers schreibt dazu:





"Die charakteristischen Kennzeichen der Falben-WS sind wie folgt:





Die Augen sind rot, die Flügelzeichnung ist braun (ähnlich
dem Braun der Zimt-Flügel) und die Körperfarbe ist sehr viel
blasser als bei den vergleichbaren nicht Falben-WS. Diese Unterschiede
zum Normalen werden in Zusammenhang gebracht mit Veränderungen in
der Natur und den Verteilungen des Melaninpigments.





Falben können in allen Variationen und Farbspielarten gezüchtet
werden, und die Tiefe der Flügelzeichnung und die Körperfarbe
variiert entsprechend den Farbspielarten (Falben von Lutinos und Albinos
sind, soweit man weiß, nicht zu unterscheiden von normalen Lutinos
und Albinos).





Es gibt 3 deutlich ausgeprägte Falbenmutationen in Großbritannien,
die englische, schottische und deutsche Form, anderswo können auch
noch andere Arten existieren. Im allgemeinen Aussehen sind sie sich alle
gleich, aber deutsche Falben unterscheiden sich von den anderen beiden
etablierten Mutationen durch die Augenfarbe. Beim engli-schen und schottischen
Falben sind die Augen leuchtend rot und sie haben keinen weißen
Irisring rund um die Augen, welcher bei den meisten anderen Arten vorhanden
ist, einschließlich der Inos. Der Irisring bei diesen Vögeln
ist gleich der Farbe der Pupillen und sie sehen so aus, als hätten
sie ganz rote Augen. Die Augen der deutschen Falben haben eine tiefere
rote Schattierung und den typischen weißen Irisring".








Der Deutsche Falbe aus Genetik für WS-Züchter, von T.G. Taylor,
1961





hier wird das mikroskopische Aussehen der Feder diskutiert: Das Melaninpigment
ist braun anstatt schwarz, aber es hat sich nicht nachweisen lassen, ob
es dasselbe Pigment ist wie für den Zimt-WS. Die Pigmentkörnchen
sind extrem klein und sehr zahlreich und sie versorgen eine zusammenhängende
Schicht von Pigmenten rund um die innerste Schicht der Feder. Die Pigmentachse
in den Federn der Brust ist schmaler als in den Federn des Rumpfes und
dieser strukturelle Unterschied ist ver-antwortlich für den Farbunterschied
der Federn an den beiden genannten Stellen. Die schmale Pigmentzone in
den Spitzen der Brustfedern absorbiert ein wenig Licht mit dem Resultat,
daß das meiste Licht, daß auf die Federn fällt, reflektiert
wird und somit einen blassen Farbeffekt hervorruft. Die Rumpffedern haben
einen dunkleren Farbton, weil die breitere Pigmentzone mehr Licht absorbiert
als die entsprechende Zone in den Brustfedern.





Die Federstruktur von englischen Falbenvögeln wurde m.E. noch
nicht studiert.





Die allgemeine Körperfarbe von hellgrünen Falben ist ein
tiefes senfgelb; die von dunklen und olivgrünen Falben ist tiefer
und mit goldenerem Ton. Der Rücken und der Rumpf von Falben der Grünreihe
ist, wie auch immer, zweifellos grün, die ge-naue Schattierung ist
abhängig davon, ob der Vogel ein hell-, ein dunkel- oder ein olivgrüner
Falbe ist. Außerdem hat er gewöhnlich eine grüne Tönung
am Unterleib. Graugrüne Falben sehen genauso aus, haben aber eine
weniger prachtvolle Schattie-rung von senfgelb auf ihrem ganzen Körper.





Alle diese Vögel haben die braune Flügelzeichnung die typisch
ist für Falben, jedoch dunkler bei den Graugrünen als bei den
normal grünen Falben.





Gelbe Falben (über Aufgehellt) haben eine blassere Körperfarbe
als grüne Falben und ihre Flügelzeichnung ist sehr schwach. Zimtgelbe
Falben (über Lutinos) sind noch blasser und sie haben keine Flügelzeichnung.
Deutsche Falben dieser Art (durch den Irisring) können leicht mit
Lutinos verwechselt werden.





Die Körperfarbe der Falben der Blaureihe ist sehr blaß,
sie haben fast die gleiche Schattierung wie die normalen Weißen,
aber sie können leicht von diesen Vögeln unterschieden werden
durch ihre braune Flügelzeichnung. Wie auch bei den Falben der Grünreihe,
ist die Farbe des Rückens und des Rumpfes viel kräftiger gefärbt,
als auf dem Brustbereich, annähernd so, wie bei einem normalen (Nicht-Falben)
Zimt-WS. Die Flügelzeichnung von grauen Falben ist sehr dunkelbraun,
während die Brust blasser grau ist, fast weiß; diese Kontrastkombination
sieht sehr attraktiv aus.





Opalin Falben haben eine hellere Körperfarbe als normale Falben
und die der Blau-reihe.





Falben in Hellflügel, Grauflügel und Schecken sind eher blaß
und uninteressant.





Im allgemeinen sind die schottischen Falben die besseren Ausstellungsvögel
als die englische und deutsche Art.





Ein sehr unerfreuliches Merkmal der schottischen Falben ist, daß
die frisch geschlüpften Jungen eine sehr hohe Sterblichkeitsrate
in den ersten fünf oder sechs Tagen haben. Wenn sie aber diesen Zeitraum
überschritten haben, wachsen sie ge-nau so wie die anderen Normalen.


Der Grund dieser Schwäche ist unbekannt. Es kann eine physiologische
Abnormalität sein (z.B. ein Fehler in der Synthese des Blutpigments
Hämoglobin, da die Falben, die früh sterben, oft blaß und
blutarm aussehen), oder es ist möglich, daß Falben einen höheren
Bedarf an einem bestimmten Vitamin oder Nährstoff haben. Spalterbige
Falben können genauso leicht aufgezogen werden wie Normale.





Die im allgemeinen zufriedenstellendste Verpaarung mit Falben ist Falbe
X Spalt Falbe. Das Verpaaren von spalterbigen Falben untereinander ist
nicht sehr zufriedenstellend, da die Erwartung (25%) von Falben sehr gering
ist und alle Nicht-Falben von dieser Verpaarung getestet werden müssen
um sicher zu sein, welche das Falbengen haben. Zum jetzigen Stand ist
es nicht sehr ratsam, Falben mit Falben zu verpaaren, da die Gefahr groß
ist, Größe und Typ zu verlieren.





Gute Falben sind sehr selten und man kann sich glücklich schätzen,
zwei gute zu gekommen für einen Start. Diese sollten verpaart werden
mit den besten Normalen - vielleicht mit mehreren Normalen im Wechsel -
(die genauen Farben hängen von den Farben der Falben ab und den Farben,
die man zu züchten wünscht). die besten spalterbigen jungen Falben
von jedem Paar werden verpaart mit nichtverwandten Falben.





Der Grundstein für die Falbenzucht ist damit gelegt, da eine ordentliche
Anzahl von Falben und Spalterber verfügbar ist zum Paaren untereinander,
ohne die Notwendigkeit der Inzucht, welche im Hinblick auf die genetische
Schwäche in den englischen Falbenjungen und den schwachen Typen der
deutschen Falben unerwünscht wäre für Aufbau einer Falbenfamilie.


Nach den Meinungen der Autoren, sind die schönsten Falben die grünen
und graugrünen, besonders die dunklen und olivgrünen und die
Falben in Grau, Normal und Opalin.








Schauwesen








Die Falben werden bei der AZ/DWV in der Schauklasse 18/1 (38/1 usw.)
zusammengefaßt. Zugelassen sind jedoch nur die Falben in der Grün-
und in der Blaureihe (incl. GG) und in Opalin. Die DSV unterscheidet die
Falben in 33/1 Grünreihe und in 33/2 Blaureihe.





Auf den AZ-Bundesschauen waren:





1996 - 36 Falben





1997 - 38 Falben





1998 - 39 Falben





gemeldet.





Wie schon erwähnt, können Falben in allen Farben der Grün-
und Blaureihe gezüchtet werden. Die Grundfarbe dieser WS ist blaß
wie bei den Vögeln mit Geisterzeichnung.





Während die Zeichnungsfarbe bei allen anderen WS-Mutationen aus
Eumelanin (=es sind die schwarzen bis dunkelbraunen, schwer löslichen
Melanine) wird die Zeich-nung der Falben aus Phäomelanin (=dunkelrote
bis gelbe, leicht lösliche Melanine) gebildet.





Die Melaninbildung stellt nach Prof. Dr. Steiner im Körper der
Vögel einen fermentativen Prozeß dar, in welchem aus einer farblosen
Vorstufe durch die Einwirkung eines spezifischen, oxidierenden Ferments
das schwarze Pigment (Melanin) gebildet wird. Wenn die normale Bildung
des Chromosoms eine Störung erfährt, wird das schwarze Pigment
ebenso wenig gebildet werden können, wie wenn das Ferment eine mutative
Änderung oder Beeinträchtigung seiner Wirkungsweise erleidet.








Nach wie vor ist es ein großes Problem, die Falben auf die richtige
Größe zu bringen. Nach C. AF Enejelm scheint es eine Verbindung
zwischen dem Faktor „Größe“ und dem Falbfaktor zu geben.








L. Spelten berichtet in 1986, daß sich die größten
Schwierigkeiten bei der Aufzucht der Falben ergeben. Die Befruchtung und
auch der Schlupf bezeichnet er als gut bis sehr gut, nach dem Schlupf begännen
dann die Probleme: entweder würden die jungen Falben erst gar nicht
angefüttert (die spalterbigen Jungtiere hätten dagegen einen
vollen Kropf) oder die jungen Falben gehen trotz vollem Kropf ein. Diese
kritische Phase würde bis zum 6./7. Tag nach dem Schlupf dauern. Umlegen
der Eier oder der Jungtiere würde auch keinen Erfolg bringen. Hätten
die jungen Falben aber diese Phase überstanden, ist er in der Regel
frohwüchsig und entwickele sich recht gut.





D. Schmid gibt in den AZN 6/1994 für diese kritische Phase in
den ersten Lebenstagen drei mögliche Erklärungen:





1.) Es handelt sich um eine durch die mutierte Erbanlage bedingte Entwick-lungsschwäche.
Dies würde bedeuten, daß wir auch in Zukunft mit einer erhöhten
Sterblichkeit rechnen müssen.





2.) Die Schwäche ist auf eine Anhäufung rezessiv schädigender
Erbanlagen zu-rückzuführen. Alle guten Farblinien sind wahrscheinlich
eng ingezüchtet, da in ihnen bei jeder Verpaarung





Falbe


X Falbe





Falbe


X Normal/falbe und





Normal/falbe X Normal/falbe





Tiere mit überdurchschnittlich vielen gemeinsamen Vorfahren
miteinander verpaart wurden, sprich Verpaarungen wie z.B.:





Vater an Tochter





Mutter an Sohn





Nestgeschwister oder Halbgeschwister





Großeltern an Enkel.





Auskreuzungen sind nur über Normal X Falbe möglich,
es sei denn, man sei bereit, auf Falbe von schlechter Abstammung zurückzugreifen.





3.) Falben werden stärker als andere Mutationen durch rezessiv
schädigende Anlagen in ihrer Entwicklung behindert.








Von einem Besuch bei Herbert Hummel, der ja bekanntlich sehr gute Falben
hat und diese auch mit großem Erfolg ausstellt, werden diese Aussagen
jedoch dementiert: er hat eine sehr gute Fruchtbarkeit in seinen Falben
und die Sterblichkeit junger Falben bzw. Spalterbig in Falbe sind auch
nicht höher als bei seinen anderen Vögeln. Von dieser Aussage
konnte ich mich anhand seiner Verpaarungsaufzeichnungen selbst überzeugen.





Der WS-Züchter M. Blass, der die Falben von D. Schmid übernommen
hat, bekräftigte die Aussagen von H. Hummel, er hat weder eine hohe
Sterblichkeitsrate während der ersten Lebenstage festgestellt noch
spätere Probleme.





Ich selbst habe von H. Hummel 2 Paare mit Falben erhalten: 2 Falb Hähne
der Grünreihe und 2 Hennen spalt in Falbe. Die Befruchtungsrate war
fast 100% und auch die Jungen waren nicht der Sterblichkeit ausgesetzt.





Theo Slagmolen aus Belgien schreibt zu den Falben im WS-Magazin
Heft 7 (1992) folgendes:





"Der Falbe ist ein rotäugiger WS, bei dem die schwarzen Melanine
durch Mutation zu braun umgesetzt wurden. Diese Mutation ist ganz unabhängig
von den anderen Braun-zeichnungen der WS wie Zimt und Lacewing: es geht
beim WS-Falben wirklich um eine andere „Sorte“ von brauner Farbe. In der
Tat, die Flügelzeichnung, die Schwungfedern und die Kehltupfen haben
eine harte braune Farbe, man könnte fast sagen die Farbe ist graubraun.





Der Unterschied zwischen den drei braun gekennzeichneten WS stellt
T. Slagmolen wie folgt fest:





Zimt: Zimter werden in allen Farbschlägen gezüchtet, sie
haben eine aufgehellte Kör-perfarbe und dunkel rotbraune Augen.





Diese Mutation vererbt geschlechtsgebunden!





Falbe: Falben werden in allen Farbschlägen gezüchtet, sie
haben eine sehr stark aufgehellte Körperfarbe und haben helle rote
Augen.





Diese Mutation vererbt rezessiv!





Lacewing: Der Lacewing wird in gelb, creme und weiß gezüchtet,
er hat ausnahmslos auch diese Farbe als Körperfarbe. Die Augen sind
feuerrot.





Diese Mutation vererbt geschlechtsgebunden!"








Weiterhin schreibt T. Slagmolen von drei verschiedenen Falben: dem Deutschen
Falben, dem Englischen Falben und dem Schottischen Falben - dieser Schottische
Falbe ist seines Erachtens nicht bekannt. Außerdem würde der
Deutsche Falbe wenig oder überhaupt nicht gezüchtet. Der Unterschied
liege auch noch in der Nasenhaut: sie ist genauso gefärbt wie die
der Inos und Lacewings und nicht wie bei den normal gezeichneten WS.





In Bezug auf die Standardeigenschaften (vor allem Größe
und Kopf) ist der Falbe we-sentlich schwieriger zu züchten.








Die Vererbung der Falben.





Jeder Falben-Züchter sollte sich hüten, bewußt Zimt
mit einzukreuzen - 100 %ig vermeiden glaube ich kann man es nicht.


Das Zuchtziel sollten reinerbige Falben sein, wobei die Reinerbigkeit nur
auf den Faktor Zimt zu beziehen ist bzw. auszu-klammern ist. Falben in
Opalin sind nach unserem Standard zugelassen und brin-gen in der Nachzucht
auch keine Probleme. Über die Zimt-Falben werde ich einen eigenen
Bericht demnächst veröffentlichen.





Nun zurück zu meinen ersten Erfahrungen mit den Falben. Die Vererbung
der Falben dürfte m.E. kein Problem darstellen - sie ist identisch
mit der Vererbung aller Rezessiven Farbschläge.








Wie schon erwähnt, vererbt der Falbe rezessiv, d.h. das Hahn
und Henne spalterbig in Falbe sein können.





Wie bei allen Verpaarungen mit rezessivem Erbgang haben wir folgende
Verpaarungsbeispiele:








Normal X Falbe =


100% Normal/falbe








Normal/falbe X Falbe =


50% Normal/falbe








50% Falbe








Normal/falbe X Normal/falbe = 25% Normal








50% Normal/falbe








25% Falbe








Normal/falbe X Normal =


50% Normal








50% Normal/falbe.








Da Falben in allen Farben der Grün- bzw. Blaureihe gezüchtet
werden können, muß man natürlich auch die Farbstufen-Regel
(Hell - Mittel - Dunkel) und die Faktoren-Regel (z.B. Grau: einfach >1F2F< - Graufaktor) berücksichtigen.





Eine Besonderheit hat man jedoch, wenn man den Kontinentalen Falben
mit dem Englischen Falben verpaart: es fallen hieraus nur „Normal-Vögel“,
diese sind aber spalterbig in beide Mutationen.








Wie komme ich am schnellsten zu einem guten Stamm Falben? Der einfachste
Weg ist der, daß ich mir ein Paar in Falbe erwerbe, was sicherlich
sehr schwierig ist. Einfacher ist meines Erachtens einen Falben und einen
Spalterbigen in Falbe zu erwerben, wo ich ja theoretisch 50% Falben und
50% Normale/falbe bekomme.





Der etwas längere Weg liegt natürlich darin, wenn ich nur
einen Falben habe und diesen an Normale setzen muß, um so 100% Normal/falbe
- Nachzucht zu erreichen.





Noch länger dauert es, wenn ich Normal/falbe X Normal/falbe ansetzen
muß: von den insges. 75% sichtbarer Normalvögel kann ich erst
durch Kontrollverpaarung feststellen, welche 50% davon spalterbig in Falbe
sind.





Ein fast aussichtsloses Unterfangen ist es, wenn ich nur einen Spalterbigen
in Falbe an einen Normalen setze. Nur durch viele Kontrollverpaarungen
werde ich sehr wahrscheinlich das Produkt Falbe bekommen.





Spalterbige Falben sind nicht zu unterscheiden von Vögeln der
selben Farbe ohne Falbgen.





Beim Züchten von Falben ist es sehr wichtig genau Buch zu führen
über die verschiedenen Arten der Spalterbigen in Falbe (englische
- schottische - deutsche). Da diese Mutationen sich sehr ähnlich sind,
bekommt man nur schwarzäugige Jungtie-re, wenn man diese untereinander
verpaart.





Wenn man z.B. schwarzäugige englische mit deutschen Spaltvögeln
verpaart, ist das theoretische Erbbild 9 : 3 : 3 : 1; im einzelnen bedeutet
dies:





9 Normale





3 englische Falben





3 deutsche Falben





1 Kombination aus englischem und deutschem Falben.





Es ist zweifelhaft, ob solch ein Vogel schon bewußt gezüchtet
und nachgewiesen wurde und ob er die gleichgearteten Erbanlagen der beiden
Falbengene hat (bei 100% rotäugigen Jungen, wenn die Paarung mit englischen
und deutschen Falben gemacht wurde). Es ist also unmöglich zu sagen,
wie die Nachzucht aussehen würde.


Copyright: Karl-Heinz Werner
,

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