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Luftsackmilben
(Quelle: auf http://www.treffpunkt-canary.de)
Artikel geschrieben von Nicky

Synonyme:


Acariasis, Luftsack- Luftröhren- oder Lungenmilben


Vorkommen:


Weltweit bei vielen Vogelarten verbreitet, vor allem bei Kanarienvögeln und Gouldamadinen, aber auch anderen Finken und Prachtfinken.


Epizootiologie:


Zwischen Infektion und Auftreten der ersten klinischen Krankheitserscheinungen können mehrere Wochen bis Monate liegen. Die Übertragung geschieht von Vogel zu Vogel beim Schnäbeln, beim Füttern oder indirekt
über das Trinkwasser und Futter.


Pathogenese:


Häufig kompliziert von einer bakteriellen bedingten Tracheitis oder Pneumonie.


Klinische Symptome:


Bei den Hähnen oft zuerst Stimmverlust, dann geringe Schnabelbewegungen, als ob die Vögel etwas abschlucken wollen, später Schnabelatmung, Kopfschleudern, Niesen, Würgen und rasselnde Atemgeräusche;
seltener Abmagerung oder gestörtes Allgemeinbefinden. Leichte chronische Atemwegserkrankungen.


Diagnose:


Vorbericht und klinische Symptome lassen den Verdacht zu. Bei Bestandsproblemen diagnostische Sektion und direkter Erregernachweis. Beim Einzelvogel diagnostische Therapie mit 2prozentiger TCPG Spot-on (s.u.), im positiven Fall
sind die Symptome nach 48 Stunden verschwunden.


Pathologisch-anatomische Veränderungen:


Eine seromukoide Tracheitis mit viel Schleim. Lokale Pneumonieherde und gelegentlich Luftsacktrübungen. Die Luftsackmilben sind mit dem unbewaffneten Auge als schwarze Punkte im Choanenbereich, in der Trachea, den
Luftsäcken und im Lungengewebe zu erkennen.


Differentialdiagnose:


Bakteriell bedingte Pneumonie, Kanarienpocken und Syngamose.


Prognose:


Günstig bei Verhinderung der Reinfektion.


Therapie:


Auf die Haut im Schluckbereich Auftropfen (spot-on) einer 2 prozentigen Trichlorphon-(neguvon)-Propylenglycol-Lösung (TCPG); dreimalige Applikation von 40 mg/kg KM am 1., 5. und 9. Behandlungstag. Durch die systemische
Behandlung werden alle Parasiten erreicht. Ivermectin (Ivomec) ist als 0,02prozentige Lösung (Verdünnung mit 1,2 Propylenglycol) in einer Dosierung von 0,4 mg/kg KM zur Spot-on Applikation geeignet. 2mal im Abstand von 2 Wochen. Dompfaff und
Stieglitz verendeten jedoch nach Applikation von Ivermectin (0,4 mg/kg KM). Auch bei anderen Finkenarten sollte, um den Gesamtbestand nicht zu gefährden, ein vorgeschalteter Verträglichkeitstest an wenigen Tiere durchgeführt oder die
2prozentige TCPG-Lösung eingesetzt werden. Prophylaxe: Spot-on Behandlung aller Neuzugänge und Ausstellungsvögel.


WICHTIG:


Vögel sind keine Versuchsobjekte. Daher bitte IMMER einen kundigen Tierarzt zu Rate ziehen. Er legt letzten Endes zum einen die Diagnose und zum anderen die Therapie fest !!!



Copyright: Nicky
Freising, Deutschland
Homepage: http://www.treffpunkt-canary.de

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